Gesellschaft          

                                                                                                                                                                                                                                                                                                     ©Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de  


27.04.2012

 

Der Müll mit dem Müll –

Leserbrief und Antrag zum Unrat von Bürokratie

 

Bildmontage: Dirk Scholl

 

Von Dr. Nikolaus Götz

 

Leserbrief an die Saarbrücker Zeitung zum Artikel: „Mindestmenge ärgert Müllvermeider“ vom 11. 4. 2012*

 

Sehr geehrter Herr Kohler,

zunächst herzlichen Dank für Ihren Artikel, der längst überfällig war. Seit Februar nämlich, sitzen die Hausbesitzer an der üblichen Jahresnebenkostenabrechnung für ihre Mieter, die nicht mehr bereit sind, Dank der Verwiegung, den „Dreck des Nachbarn“ zu bezahlen. Richtig so, ihr ökologisch aufgeschlossenen Bürger!

 

Ein großes Problem bleibt aber: Einerseits erwarten die Mieter eine gewichtsbezogene Abrechung des Restmülls von ihrem Hausbesitzer und andererseits verweigert der ZKE den Hausbesitzer genau diese Angaben und listet in der Jahresabrechung nur eine Mindestmenge auf. Konsequenz: Längst laufen schon juristische Auseinandersetzungen, die vermeidbar, da abzusehen waren! Obgleich alle Parteien im Stadtrat von Saarbrücken über den Handlungsbedarf informiert sind und sogar ausdrücklich ein Reformvorschlag der SB - Abfallsatzung eingereicht wurde, geschieht – scheinbar - wie immer NICHTS! Dass die pervers denkende, profitorientierte Verwaltungsbürokratie des ZKE zudem erhöhte Restmüllproduktion satzungswidrig verlangt und zusätzlich Restmülltonnen per Zwangsbeschluss zwingend zuteilt, ist die Krönung der Restmüllhandhabung durch die Verwaltung des reaktionären, bürgerfeindlichen ZKE der Stadt Saarbrücken!

 

Dr. Nikolaus Götz

 

* natürlich, aber leider nicht veröffentlicht

 

 

Antrag an die Kreismitgliederversammlung zum Thema „Müll“

 

Erster Teil

 

Allerorts werden im Saarland die Modalitäten der gültigen Abfallsatzung neu definiert. Der KV-SB-Vorstand der LINKEN soll deshalb für eine Vernetzung und Vereinheitlichung der diesbezüglichen Beschlüsse zumindest durch die Vertreter der Linken in den übrigen KVs des Saarlandes Sorge tragen.

 

Standart sollte überall und bei allen Tonnenarten die Möglichkeit der „Gemeinschaftstonne“ sein. Zudem sollte jede Zustimmung zu einer „Preisverteuerung der Abfallentsorgung“ durch Die Linke unterbleiben.

 

 

Zweiter Teil

 

Die Fraktion Die Linke im Stadtrat von Saarbrücken wird aufgefordert, die Möglichkeit der „Gemeinschaftstonne“ bei der sogenannten ’Resttonne’ in der Abfallsatzung der Stadt Saarbrücken zu verankern.

 

Die Fraktion Die Linke im Stadtrat von Saarbrücken wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Abrechnung des Mülls durch den ZKE auf Basis der „exakt gewogenen Messdaten“ zu erfolgen hat und nicht mehr auf einer willkürlich vermuteten „Mindestmenge“ erfolgt.

 

Die Fraktion Die Linke im Stadtrat von Saarbrücken wird zudem aufgefordert, jede Verteuerung der Müllentsorgung durch den ZKE abzulehnen.

 

Die Übernahme des dem Stadtrat vorliegenden Satzungsergänzungsantrages durch einen Bürger der Stadt Saarbrücken wird angeraten.

 

Euer Genosse

Klaus

 

► Entsorgen Sie Ihren Müll hier 

 


30.03.2012
Unveröffentlichter Leserbrief zum SZ-Leitartikel
„Glaubenskrieg um die Daten“
 
Von Ulrich Meyer
 
Der geistige Horizont der SZ sollte den des CSU-Ministers Friedrich spürbar überschreiten. Wer die komplette Datenspeicherung fordert, hat offenbar nichts begriffen von unserer Verfassung und den darin – bislang noch – garantierten Bürgerrechten. Dass die Datenspeicherung bei der Verbrechensbekämpfung wesentlich (!) nützt, wurde bislang nicht nachgewiesen. So ist es auch reine Spekulation, dass man den französischen Serienmörder durch die französische Variante schneller hätte finden können. Hat man leider nicht. Deshalb stellt sich die Frage: wem nützt diese – völlig überzogene – Speicherung von Daten unbescholtener Bürger? Sinnvoll erscheint deshalb die Beschränkung einer Datenspeicherung auf ganz konkrete Verdachtsfälle, wie Ministerin Leuthäuser-Schnarrenberger es auch vorschlägt. Alles andere befriedigt nur den – im Grunde verfassungswidrigen! – Datenhunger unserer Oberverdachtschöpfer, die einem SED-Staat alle Ehre gemacht hätten, also Innenminister, Geheimdienst(e), Kriminalämter, Verfassungsschützer, Polizei, etc. Es nützt leider auch den rechts-konservativen Kräften in der Politik, die unter dem Deckmantel der Stasi (Staatssicherheit) z.B. LINKE Politiker überwachen lässt, um sie politisch auszuspähen, während man gleichzeitig rechte Gewalttäter jahrelang weitgehend unbehelligt ließ. Darf man daraus folgern, dass diese rechtskonservativen Kräfte den Neonazis näher stehen als z.B. unbescholtenen LINKEN Staatsbürgen? Nicht zuletzt nützt die Datenspeicherung dem Datenaustausch mit den seit 2011 in vermeintlichen Sicherheitsfragen völlig durchgeknallten (!) USA. Leider werden wir Bürger von der EU-Kommission nicht geschützt. Es ist daher ein großes Glück für diese Republik, dass die Hüterin der Bürgerrechte noch in der Koalition sitzt und damit einem geistig offenbar unterbelichteten CSU-Minister Paroli bieten kann – zum Wohle aller unbescholtenen Bürger. Dies nicht sehen zu wollen, dafür dumpf eine rasche Klärung – in wessen Sinne eigentlich? – herbeizureden, bleibt Herrn Hagen Strauß von der Saarbrücker Zeitung vorbehalten. Frage: hat die SZ wirklich nichts dagegen, in gleicher Weise ausgespäht werden? Falls ja: sind der SZ wirklich die Rechte unbescholtener Bürger und die Vorgaben der Verfassung derart gleichgültig? Bislang jedenfalls hatte ich angenommen, dass der Horizont dieser Zeitung spürbar über den wirklich eingeschränkten eines CSU- Ministers Friedrich hinausreicht. Ich bitte deshalb um eine Klarstellung an gleicher Stelle.
► Ihr Kommentar zu diesem Leserbrief

29.02.2012

 

Rendez-vous am Rande der Acta-Demo:

Genosse Rolf will keinen Rat

 

Bildmontage: Dirk Scholl

 

Von Dr. Nikolaus Götz

 

Auch die Saarbrücker Innenstadt stand an diesem Samstagwochenende ganz im Zeichen der Demos gegen „Acta“. Bei strahlendem Sonnenschein waren Tausende vor allem jugendliche Menschen zusammengeströmt, um gegen diese ansonsten klammheimlich verabschiedete Gesetzgebung ACTA gegen „Internetzensur“ zu protestieren. Primär war es das erste größere Erscheinen der Piratenpartei im Saarland, weswegen sich die Fernsehteams auch auf die bisher eher unbeachteten Piraten-Vertreter stürzten, obgleich die Demo eigentlich von der sich unpolitisch gebenden ’Occupy-Bewegung’ organisiert wurde. Doch diese für Saarbrücker Verhältnisse ’Groß-Demo’ wurde auch von etablierten Parteien als Spielwiese benutzt, denn im Saarland ist momentan ja Wahlkampf.

 

So waren neben den vielen Piratenfahnen auch etliche basisgrüne Fahnen zu sehen. Dass die Spitzenkandidatin der Partei B90/Die Grünen Simone Peter natürlich in ihrer anschließenden Rede am Marktbrunnen behauptete „Ich bin ein Occupy!“, das nahmen ihr die jugendlichen Auf-und-ab-Springer ebenso wenig ab, wie die exzellente Rede des linken Spitzenkandidaten Lafontaine. Dieser zog cool, verschmitzt und eben „frech wie Oskar“ alle Argumente gegen die Piraten aus seinem rhetorischen Programmhut. Doch kaum noch ein Dutzend Genossen schwenkten in der Zuschauermasse rote Fahnen für Oskar, wodurch sich der organisatorische Zerfall der Linken in Saarbrücken wieder bemerkbar machte. Schade ist, dass diese arg reduzierte linke Wahlelite ihre Parteimitglieder nicht mehr aktivieren will oder kann. Eine linke Randgruppe bildeten so die weggewählten Burbacher, eine andere, weit im Hintergrund, die handvoll verbliebenen friedensliebenden Malstatter. Und der immer offensichtlicher alternde Parteivorsitzende Rolf Linsler, umstellt von linken Hofschranzen (Wo war nur das Grillwürstchen?), hat auch „kein Ohr mehr“ für seine politisch aktiven Genossen. Nun, Gevatter Rolf? Wie lehrt es schon der Volksmund: „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen!“

 

⇒ Ihr Kommentar zu diesem Artikel

 


21.02.2012 

„CDU-Rebellen“: Ficken fürs Vaterland!

Bildmontage: Dirk Scholl

 

Von Dirk Scholl

 

Landläufig herrscht ja die Meinung, bei jungen CDU-Bundestagsabgeordneten würde es sich um spießige Yuppie-Twens handeln. Weit gefehlt! Fern ihrer Heimat-Wahlkreise wurden jene verkannten Rebellen offenbar Opfer eigener sexueller Fantasien und Sehnsüchte. Und BILD macht es ja vor: Ficken und Titten sind eben interessanter als seriöse politische Vorschläge zur Lösung eines real existierenden Generationenproblems!

Nach Vorstellung von solch allseits prominenten Vereinigungs-(Unions-)abgeordneten wie Jens Spahn (Wo gehobelt wird, fallen auch Späne!) oder Marco Wanderwitz (Kein Witz!) sollen jetzt kinderlose Paare durch eine Sondersteuer zur Schaffung einer „Demografie-Reserve“ indirekt zum verhütungsfreien Geschlechtsverkehr aufgefordert werden: „Mehrere junge Unionsabgeordnete hatten vorgeschlagen, Kinderlose ab 25 Jahren mit einem Prozent ihres Einkommens zu belasten. Die Abgabe könne nach der Anzahl der Kinder gestaffelt werden. Kinderlose sollen voll zahlen, Eltern mit einem Kind die Hälfte, Eltern mit mehreren Kindern nichts. Merkel hatte dazu am Dienstag erklärt, sie glaube, "die Diskussion der Einteilung in Menschen mit Kindern und ohne Kinder ist hier nicht zielführend".[1]

Nun ja, dass Angie bei dieser Diskussion „nicht kommt“, ist ja ob ihrer Vita verständlich. Unbeantwortet bei jenem Vorstoß der christlichen Sex-Rebellen bleibt jedoch die Frage, was mit jenen Paaren sei, die sich zwar Kinder wünschten, sie aber aus biologischen Gründen nicht bekommen können. Eine weitere unbeantwortete Frage wäre zum Beispiel, was mit jenen Paaren ist, die sich zwar mehrere Kinder wünschen, sich diese aber schlicht und ergreifend wegen des unionsgestützten, ausbeuterischen Wirtschaftssystems nicht leisten können.

Und so bleiben wohl noch viele weitere Fragen bei diesem schlüpfrigen Thema offen. Zum Beispiel: Gibt es denn keine Peepshows oder legalen Puffs in der näheren Umgebung des Reichstages? Warum steigt der Saft so manches Abgeordneten von den Hoden so rapide und unvermittelt ins Gehirn und dürfen Frauen, respektive Männer, das Problem jetzt bei Bundestagsabgeordneten direkt an der Wurzel packen?

Wie gut, dass wir dank solcher „CDU-Rebellen“ über eine echte Demografie-Reserve verfügen! 




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